Angedacht zu Alt und Neu

Liebe Gemeinde, liebe Leserschaft!

Bis Anfang Mai hat er sich in diesem Jahr Zeit gelassen, der (spürbare) Frühling. Okay, im Sommer
wird’s bestimmt wieder warm und heiß, trotzdem war ich vom Spätstart überrascht.
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
(2. Korinther 5, 17)

Als gelegentlicher Jogger registriere ich hautnah die abgestorbenen Zweige oder das frische Grün. Dazu ist mir der obige Paulussatz eingefallen, wo sich der Apostel als „Botschafter der Versöhnung“ zwischen Gott und den Menschen bezeichnet. In Christus ist vergangen, was uns von Gott trennte, durch die Taufe sind wir neue Menschen geworden!

Alt und neu spielen auch in der fusionierten Kirchengemeinde Remlingrade-Dahlerau eine Rolle. Du kannst nicht einfach mit den Fingern schnipsen und – schwupp – wird aus zwei alten Gemeinden eine neue. Da gibt es alte Gewohnheiten, Erwartungen und Ansprüche, die sich nicht von jetzt auf gleich in Luft auflösen. Außerdem bedeutet die geschehene Fusion ja nicht den freudig vollzogenen Übergang in eine völlig neue Gemeinde-Welt, sondern war wohl eher aus der Not erwachsen. Anderswo in diesem Gemeindebrief können Sie lesen, dass Veränderungsprozesse auf

Gesamt-Radevormwalder Ebene begonnen haben und bereits neue Kooperations-Pflänzchen entstehen. Auf Probe in Kraft gesetzt wurde für die Gottesdienste in Dahlerau und Remlingrade eine neue Liturgie; etwa im September soll sie endgültig beschlossen werden, bis dahin sind Änderungen möglich – in beiden Kirchen liegen Rückmeldebögen dazu aus, für Sie zum Eintragen. Nach gründlicher Vorarbeit von Pfarrer i. R. Michael Parpart praktizieren wir nun gemeinsam feierliche lutherische Gottesdienste. Ich möchte auf ein paar Besonderheiten hinweisen, auch um sie schneller
zur neuen Gewohnheit werden zu lassen:

Nach Glockengeläut, Eingangsmusik und kurzer Begrüßung folgt das erste Lied.
Liturg: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gemeinde: Amen.
Liturg: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
Gemeinde: der Himmel und Erde gemacht hat.
Liturg: Der Herr sei mit euch
Gemeinde: und mit deinem Geiste.

Vor dem Eingangspsalm gibt es gegebenenfalls Infos zum jeweiligen Gottesdienst. Auf die folgenden Worte des Liturgen antwortet die Gemeinde mit den modernen Gesängen „Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn“, „Meine engen Grenzen“, „Ich lobe meinen Gott“ und „Halleluja, preiset den Herrn“. Neu sind zwei biblische Lesungen: Altes Testament/Epistel und Evangelium, Letzteres eingerahmt von den Gemeinde-Sätzen „Ehre sei dir, o Herr“ und „Lob sei dir, o Christe“ – das klappt noch nicht so richtig. Bei Amtshandlungen wird eine Kerze entzündet, nach dem Glaubensbekenntnis folgen Infos zu den beiden Geldsammlungen.
Am Ende des Gottesdienstes gibt es den Segen – eingeleitet durch:

Liturg: Gehet hin im Frieden des Herrn.
Gemeinde: Gott sei Lob und Dank.
Anschließend dreimal „Amen“, gesungen.

Das Abendmahl wird nicht in jedem Gottesdienst gefeiert.
Liturg: Erhebet eure Herzen!
Gemeinde: Wir erheben sie zum Herrn.
Liturg: Lasset und danken dem Herrn, unserm Gott.
Gemeinde: Das ist würdig und recht.

Nach den Einsetzungsworten, vor Vaterunser und Friedensgruß etwas Neues.
Liturg: Groß ist das Geheimnis des Glaubens.
Gemeinde: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.

Diese neue Liturgie braucht etwas Übung, um vertraut zu werden. Gerade die Wechselsprüche bringen gut zum Ausdruck, wie kommunikativ Martin Luther den Sinn aller Gottesdienste verstand: „Unser Herr selbst redet mit uns in Wort und Sakrament, und wir mit IHM durch Gebet und Lobgesang.“
Herzlichst: Vertretungspfarrer Jürgen Berghaus aus Leverkusen