Warum sind Sie Pfarrer geworden?
Meine Oma hat immer schon gesagt: „Der wird mal Pfarrer!“ Und wer widerspricht schon seiner Oma? Der Entschluss Theologie zu studieren ist tatsächlich während der Oberstufe in mir immer weiter gereift. Ich fand den Pfarrberuf – auch aufgrund von tollen Vorbildern, die ich erleben durfte – einfach reizvoll. Und es hat sich trotz aller struktureller Probleme, die gerade in der Kirche vorhanden sind für mich bestätigt: Was gibt es schöneres, als die immer noch beste Botschaft der Welt von der Auferstehung Jesu unter die Menschen tragen zu dürfen?
Was mögen Sie an Radevormwald besonders?
• Die Nähe der Menschen zueinander – anders als die Anonymität in einer Großstadt.
• Die Nähe zu vielen Großstädten wie Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet – Wenn ich doch mal Anonymität genießen möchte.
• Die Nähe zur Natur – Wo sonst kann man so viele Talsperren auf einmal in kurzer Zeit erreichen?
• Die Nähe der Menschen zum christlichen Glauben – Die christliche Botschaft ist in unserer Stadt noch verwurzelt. Sie wird gehört und vielfach auch noch danach gelebt.
Würde Sie lieber zehn Jahre in die Zukunft, oder zehn Jahre in die Vergangenheit reisen?
Da ich nun schon eine ganze Weile meines Lebens in meinem geistlichen Weg darum ringe gegenwärtig zu sein und nicht der Vergangenheit nachzuweinen oder mich in Zukunft zu verlieren, antworte ich darauf mit einem Zitat von Franz von Sales: „Wenn dein Herz wandert oder leidet, bringe es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes. Und selbst, wenn du in deinem Leben nichts getan hast, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen – obwohl es jedes Mal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest – dann hast du dein Leben wohl erfüllt.“
Im Urlaub: Ans Meer oder in die Berge?
Immer ans Meer. Wo Wasser ist, da ist Freiheit und Weite.
Typ Hund oder Typ Katze?
Auch eindeutig: Hund! Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos.
Buch oder Hörbuch?
Bei Hörbüchern schlafe ich ein oder schalte ich ab. Ich liebe es ein Buch zu lesen. Gott sei Dank bin dazu noch in der Lage und habe die nötige Aufmerksamkeitsspanne und Fantasie.
Ihr liebstes Hobby (und haben Sie dafür überhaupt Zeit?)
Schwierig, ich mache viele Sachen gerne: mit dem Mountain- oder Gravelbike die Bergische Landschaft erfahren, mit meiner Frau und unserer Hündin auf oder am Wasser Unterwegssein, Holzarbeiten, Segeln… Ja, die Zeit dafür ist immer knapp, aber es gibt sie noch.
Womit kann man Sie richtig verärgern?
Frei nach Epheser 4,31 möchte ich eigentlich allen Groll und damit allen Ärger von mir halten. Wo aber die Würde des Menschen missachtet wird und Beschämung des Gegenübers das Ziel ist, da fällt es mir schwer, frei von Ärger zu sein.
Und was bereitet Ihnen besondere Freude?
Jeder Tag, an dem im verregneten Bergischen Land die Sonne scheint.
Mit welcher Musik würden Sie den Abend verbringen?
Zum Beispiel mit Musik von Jan Blomqvist oder Samuel Harfst.
Wie halten Sie sich auf dem Laufenden (Zeitung, Internet, Podcast etc.)?
Ich nutze das digitale Angebot einiger Medienhäuser. Außerdem folge ich einigen interessanten Reporter und Reporterinnen in den sozialen Medien, zu Themen, die mich besonders interessieren. Fürs Fernsehen fehlt mir die Zeit und mich stört die Oberflächlichkeit des Gebotenen.

