Köpfe in der Gemeinde: Hugo Spelsberg

Am 3. November hat Kerstin Jahn ein Gespräch mit Hugo Spelsberg geführt – aus Anlass des 70. Jubiläums des Posaunenchores. Hugo Spelsberg ist das letzte Gründungsmitglied, welches noch aktiv mitspielt.

Herr Spelsberg, wie sind Sie dazu gekommen, ein Instrument zu spielen?
Hugo Spelsberg: Wir waren damals ein Jugendkreis und der damalige Pastor Bahr fragte, ob wir mit ihm einen Posaunenchor gründen wollten. Da es für uns junge Menschen damals nicht viele Freizeitmöglichkeiten gab, sagten fünf Personen zu. Das waren Harald Giesick, Friedel Lippert, Heins Dürholt, Hans Schweichler und ich. Herr Bahr besorgte die Instrumente bei einem Freund aus Essen: drei Trompeten und zwei Tenorhörner.

Haben Sie jemals klassischen Musikunterricht erhalten?
Spelsberg: Nein. Wir konnte alle keine Noten und unsere Dirigenten, für ein halbes Jahr Herr Emil Müller und dann Herr Wilhelm Anders brachten uns die Noten und das Blasen in der Gruppe bei.

Was ist eine der schönsten Erinnerungen an so viele Jahre Posaunenchor?
Spelsberg: Gern erinnere ich mich an ein Bläsertreffen in der Dortmunder Westfallenhalle im Jahr 1955 vom CVJM mit bestimmt 5.000 Bläsern. Das war für uns und die damalige Zeit schon etwas ganz besonderes. Für uns Jungen, die immer hungrig waren, war es immer ein Ereignis, wenn jemand aus der Gemeinde Geburtstag hatte. Dort haben wir sonntags gespielt und es gab jedes Mal reichlich leckeren Kuchen.

Welche Musikrichtung haben Sie am liebsten gespielt?
Spelsberg: Ich habe immer gerne Volksmusik gespielt.

Haben Sie auch ein Lieblingsstück?
Spelsberg: Ein Stück aus den letzten Jahren ist „Gabriellas Song“, das habe ich immer gern gespielt.

Herr Spelsberg Sie waren ja nicht nur Bläser im Posaunenchor, sondern auch 45 Jahre 1. Vorsitzender des Chores, was ist da als Erinnerung geblieben?
Spelsberg: Ich habe in dieser Zeit gelernt, wie wichtig es für eine Gruppe ist, wenn man auch mal Dinge wegsteckt oder nicht ausdiskutiert. Auf der anderen Seite musste ich auch einige Gespräche führen, wenn Differenzen auftraten, um den Zusammenhalt zu bewahren.

Sie sind vielen aus der Gemeinde auch noch als Presbyter bekannt, wie lange haben Sie dieses Amt ausgeführt?
Spelsberg: Ich war mit Unterbrechungen bestimmt mindestens 20 Jahre für die Gemeinde tätig. Dann musste ich leider aus Altergründen ausscheiden.

Was hat sich heute im Vergleich zu früher geändert?
Spelsberg: Ich habe das Gefühl, dass die Geselligkeit und das Miteinander nicht mehr so intensiv wie früher sind.

Ich danke Ihnen für die Zeit und das gute Gespräch.